Blutgruppendiät: Ernährung nach Blutgruppen

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BlutgruppenPeter D’Adamo, amerikanischer Naturwissenschaftler, entwickelte die Idee einer Blutgruppen-Ernährung. „Ihre Blutgruppe bestimmt Ihre Ernährung und Lebensweise„, davon war Dr. D’Adamo überzeugt. Seine Theorie basierte darauf, dass es nicht nur vier Blutgruppen, sondern auch vier Ernährungstypen gäbe. Diese seien angelehnt an unsere Vorfahren. Peter D’Adamo sah eine direkte Verbindung zwischen der Lebensepoche der Menschen, deren Art, sich zu ernähren und ihrer Blutgruppen. Er ging davon aus, dass sich die Blutgruppen zu unterschiedlichen Zeitpunkten entwickelt haben. Demnach sei 0 die erste und damit älteste Blutgruppe.

Betrachtet man das System AB0, entwickelt 1901 von Karl Landsteiner, unterscheidet man vier Blutgruppen: A, B, AB und 0.

  • Die Blutgruppen A und B tragen auf ihren roten Blutkörperchen besondere Bausteine, Antigene genannt.
  • Im Blutplasma um die Blutkörperchen herum befinden sich Antikörper.
  • Bei Blutgruppe A existieren Antigene vom Typ A, aber Antikörper vom
    Typ B. Bei Blutgruppe B ist das Verhältnis umgekehrt.
  • Die Blutgruppe 0 hat keine Antigene, die Blutgruppe AB dagegen keine
    Antikörper.
  • 85 % aller Menschen tragen auf ihren roten Blutkörperchen zusätzlich
    ein D-Antigen, den sogenannten Rhesus-Faktor. Damit sind sie Rhesus
    positiv, kurz: Rh .
  • Fehlt das D-Antigen, ist man Rhesus negativ, kurz: Rh-.
  • Blutgruppe A mit Rh entspricht demnach Blutgruppe A positiv (A ).
  • Hat man die Blutgruppe B mit Rh spricht man von Blutgruppe B positiv (B ).

D’Adamos Überzeugung nach vertragen sich nicht alle Lebensmittel mit jeder Blutgruppe. So reagiere jede dieser Gruppen anders auf bestimmte Eiweiße. Werden die falschen Eiweiße mit der Nahrung aufgenommen, könnten Lektine (komplexe Proteine) in die Blutbahn gelangen, dafür sorgen, dass Blutzellen verklumpen und Stoffwechselprobleme entstehen lassen. Übergewicht und gesundheitliche Probleme wären die Folge. Durch blutgruppengerechte Ernährungspläne könnten nach Auffassung D’Adamos solche Unverträglichkeiten und sogar Krankheiten vermieden werden. Dabei unterteilte er Lebensmittel in die Kategorien:

  • sehr bekömmlich
  • neutral
  • zu meiden.

Nach seiner Theorie sieht eine Blutgruppen-Ernährung im Detail so aus:

Blutgruppe 0:

Laut Dr. D’Adamo ist diese Blutgruppe vor ungefähr 40.000 Jahren entstanden. Sie sei die Blutgruppe der Jäger und Sammler, die er als durchsetzungsstark, zäh und willensstark beschrieb, zugleich jedoch als wenig stressresistent. Da diese Menschen überwiegend in der Wildnis unterwegs waren, und sich vom Fleisch der Beute und von Pflanzen und Pilzen ernährten, sieht die empfohlene Ernährung in seiner Blutgruppendiät ähnlich aus. Wer Blutgruppe 0 hat, soll sich überwiegend von rotem Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst ernähren.

Als ungeeignet definierte D’Adamo für diese Blutgruppenträger aufgrund des enthaltenen ungewohnten Glutens Weizen, Gerste, Roggen, Grünkern, Dinkel, Hülsenfrüchte und Milchprodukte (außer Butter und Käse). Erzeugnisse, die zwar einem sesshaften Menschen zur Verfügung stehen, aber nicht einem nomadisierenden Jäger.

Blutgruppe A:

Vor ca. 20.000 Jahren entwickelten sich laut D’Adamo die Vertreter der Blutgruppe A. Die Gruppe der sesshaften Landwirte und Viehzüchter ernährte sich primär von den Produkten, die sie selbst anbaute, demnach von Getreide, Obst, Gemüse, manchmal auch von dem Fleisch ihrer Tiere. Fisch fehlte meist auf dem Speiseplan. D’Adamo definierte diese Menschen als widerstandsfähig, kooperativ und verträglich. Daher passe eine meist vegetarische und frische Ernährung optimal zu Trägern der Blutgruppe A.

Blutgruppe B:

Die Menschen dieser Blutgruppe entwickelten sich vor 10.000 – 15.000 Jahren im Himalaja. Ausgeglichen, stressresistent und anpassungsfähig neigten sie laut D’Adamo zu Übergewicht. Als Nomadenvölker, die überwiegend vom Fleisch und den Erzeugnissen ihrer Tiere oder ihrer direkten Umgebung lebten, ordnete er diesen Menschen in seiner Blutgruppendiät Milch, Käse, grünes Gemüse, Eier, Lamm, Kaninchen, Wild, Fisch und frische Kräuter zu. Vermeiden sollte man Geflügel, Getreide, Hülsenfrüchte, Tomaten oder Bohnen.

Blutgruppe AB:

Noch als sehr jung stufte D’Adamo diese Blutgruppe ein. Lediglich 1.000 Jahre sei sie alt. Wer dieser Gruppe angehöre, sei dem modernen Menschen zuzurechnen. Das Ergebnis der vermischten Kulturen von Sesshaften und Nomaden habe nach seiner Beobachtung ein träges Immunsystem und ein sensibles Verdauungssystem. Eier, Getreide, Milchprodukte und Lamm ordnete D’Adamo daher diesen Menschen zu. Ungeeignet dagegen seien Schweinefleisch, Wild und fetter Fisch.

Butgruppendiät : Vor- und Nachteile

Vorteile der Blutgruppendiät sind:

  • Peter D’Adamo hat einige interessante Ansätze in seiner Blutgruppendiät
    verarbeitet, wie die Warnung vor Milchprodukten und Weizen, beides
    inzwischen häufige Auslöser für Allergien.
  • Auch die Empfehlung, viel Obst und Gemüse zu essen, war wegweisend.

Nachteile der Blutgruppendiät sind

  • Bestimmte Lebensmittel werden in einer Blutgruppendiät für die Vertreter
    der einzelnen Gruppen komplett ausgeschlossen.
  • Ein gemeinsames Kochen für Freunde und Familie ist kaum möglich, da
    die einzelnen Blutgruppen mit unterschiedlichen Lebensmitteln bedacht
    werden müssten.
  • Essen gehen ist nur schwer möglich, da dem Koch konkrete Zutaten
    vorgegeben werden müssten.
  • Die Rezepte sind häufig sehr aufwendig zuzubereiten und die Zutaten
    nicht in jedem Supermarkt zu bekommen.

Wie alltagstauglich ist die Blutgruppendiät?

Mit der Blutgruppendiät versuchte D’Adamo, Diätinteressierte von der pauschalen Nahrung für alle hin zur individuellen Ernährung entsprechend seiner Gruppierung zu bringen. Ähnliche Eingruppierungen gibt es auch im Ayurveda und in vielen anderen Diätprogrammen. Seine Veröffentlichung war überaus erfolgreich und wurde bereits von über 7 Millionen Menschen gekauft. Leider fehlen Abnehmplänen, die auf wenige Lebensmittel beschränkt sind, stets wichtige Nährstoffe. Damit gehen gesundheitliche Risiken einher, die man vermeiden sollte.

Gemäß der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegen zudem nach wie vor keine wissenschaftlichen Belege für die Theorie des Naturkundlers D’Adamo vor. Einen Beweis oder auch nur ausreichende positive Rückmeldungen für die Wirksamkeit seiner Blutgruppendiät von Nutzern gibt es bislang nicht. Die Tatsache, dass die verantwortlich gemachten Lektine bereits durch 15-minütiges Erhitzen zerstört werden, lässt die Blutgruppendiät nicht glaubhafter wirken. Demnach dürften lediglich kalte Gerichte die Theorie D’Adamos stützen. Er selbst unterschied jedoch nicht zwischen kalter und warmer Zubereitung.

Wie bei allen einseitigen Ernährungskonzepten sollte man sich mit der Blutgruppendiät intensiv inhaltlich beschäftigen, bevor man sich entscheidet, sie zu testen.