Stoffwechsel ankurbeln: Übergewicht loswerden

+

Ob beim Arzt, im Fitnessstudio, bei der Kosmetikerin oder im Frauenmagazin, der Stoffwechsel, auch Metabolismus genannt, gehört dazu. Wir lernen, dass wir den Stoffwechsel ankurbeln sollen, dass er eine wichtige Funktion hat und u. a. abhängig von Nahrung, Alter und Bewegung ist. Was aber verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff? Eine wichtige Frage, denn wenn man weiß, welche Auswirkungen ein schlecht funktionierender Metabolismus hat, kann man rechtzeitig gegensteuern – oder einen gut funktionierenden effektiv nutzen.

Stoffwechsel ankurbeln

Meist begegnet man ihm im Zusammenhang mit dem Körpergewicht und der ersehnten schlanken Figur. Das hat auch seine Berechtigung, aber er hat eine weitaus umfangreichere Wirkung. Denn die Verstoffwechslung beeinflusst alle lebenswichtigen Prozesse in uns und sorgt für Wohlbefinden oder Störungen. Dabei liegt der Fokus unseres Stoffwechsels nicht auf den Verdauungsorganen, wie oft angenommen wird, sondern er wird durch diese sozusagen bedient. In Magen und Darm wird die aufgenommene Nahrung zerkleinert und für den Weitertransport fertiggemacht. Über die Blutbahn gelangen diese „Päckchen“ dann an ihre Zielorte, die Zellen. Dort werden die Nährstoffteilchen in chemischen Prozessen so umgewandelt, dass unser Körper sie verwerten kann, also z. B. Immunzellen, Muskeln, Energie oder gute Laune produziert. Diese wichtigen Stoffwechselarten helfen dabei:

  • Kohlenhydratstoffwechsel
  • Fettstoffwechsel
  • Aminosäurestoffwechsel
  • Enzyme

Was passiert beim Kohlenhydratstoffwechsel?

Kohlenhydrathaltige Lebensmittel wie Brot, Nudeln oder Kartoffeln sind wahre Schwergewichte. Unsere Verdauungsenzyme haben viel Arbeit mit ihnen, denn sie zerkleinern Stärkemoleküle in Glucose. Über den Darm und die Blutbahn gelangen die Zuckermoleküle in die Leber. Wird vom Körper Energie verlangt, wandelt die Leber das Glykogen in Traubenzuckermoleküle um und schickt diese über die Blutbahn auf die Reise zu den Muskeln. Dort können sie sofort genutzt werden. Wurden mehr Kohlenhydrate aufgenommen, als benötigt, wandelt die Leber diese in Fett um, genauer gesagt zu Triglyceriden. Der Körper speichert dieses Fett vorsorglich für die nächste Hungersnot in seinen Fettdepots an Bauch, Beinen und Po.

Was passiert beim Fettstoffwechsel?

Fetthaltige Lebensmittel wie Schweinefleisch oder Lachs werden ebenfalls im Darm umgewandelt. Um welche Fettsäuren es sich im Einzelnen handelt, spielt dabei keine Rolle. Sie alle werden zu Bausteinen für das Nerven- und Hormonsystem. Und auch hier gilt: Zu viele Fette landen als „Rettungsring“ um Hüfte und Bauch. Wer seinen Stoffwechsel ankurbeln oder sein Gewicht halten will, sollte gerade seinem Fettstoffwechsel zuliebe eine Ernährungsumstellung erwägen.

Was passiert beim Aminosäurestoffwechsel?

Fleisch ist es und Sojaprodukte, Quinoa, Eier und Milchprodukte sind es auch – nämlich eiweißhaltig. Das freut unseren Körper, der gerne an die enthaltenen Aminosäuren gelangen möchte. Wieder werden Enzyme aktiv und spalten hier Aminosäuren ab. Über die Blutbahn finden diese in die Leber, die daraus Immunzellen, Enzyme, Energie und mehr baut.

Im Hungerstoffwechsel, z. B. bei Radikaldiäten, werden diese Eiweiße aus den Muskeln eingesammelt, um sie dann nach Bedarf umzuwandeln. Die Muskeln werden schlaff und man sollte schnellstmöglich seinen Stoffwechsel ankurbeln.

Was passiert stoffwechselseitig mit Enzymen?

Sie wurden schon einige Male erwähnt: Enzyme. Ohne diese Helfer geht fast nichts und dabei sind sie extrem klein. Trotzdem sind sie sehr wichtig bei der Verdauung und bei chemischen Reaktionen in den Zellen. Mineralien, Eiweißmoleküle und Vitamine sind quasi ihr Treibstoff.

Was passiert stoffwechselseitig mit Hormonen?

Hormone sind die Informanten des Körpers. Produziert werden sie in den Geschlechtsorganen, dem Gehirn, der Schilddrüse und an vielen weiteren Positionen. Hormone steuern und beeinflussen die Prozesse im Körper, auch den Stoffwechsel. Dabei unterliegt unser Hormonhaushalt im Laufe eines Lebens starken Schwankungen. Mit fortschreitendem Alter verändert er sich und verliert an Intensität. Das wirkt sich auch auf unsere biochemischen Prozesse aus, denn ohne Gegenmaßnahmen werden sie träge.

Wie kann man den Stoffwechsel ankurbeln?

Warum sollte man überhaupt den Stoffwechsel ankurbeln? Und wie zeigt es sich, wenn er schwächelt?

Ein aktiver Metabolismus transportiert die Nährstoffe zügig zu ihrem Ziel und versorgt so den Körper mit allem, was er braucht. Gleichzeitig werden Giftstoffe und Schlacken entsorgt. Um es vorwegzunehmen: Fit ist der Metabolismus vor allem mit gesunder ausgewogener und vielseitiger Ernährung, regelmäßiger Bewegung und ausreichend Flüssigkeit.

Schwächelt er, zeigt sich das auf ganz unterschiedliche Weise. So umfangreich, wie die positiven Auswirkungen eines fitten Metabolismus sind, so vielseitig sind die negativen Seiten. Stimmungsschwankungen, Übergewicht, ein schwaches Immunsystem, Verdauungsprobleme, Energielosigkeit, schlaffe Muskeln oder hektische Betriebsamkeit sind nur einige mögliche Anzeichen von Stoffwechselstörungen. Der Insulinbedarf und das Cholesterin steigen womöglich an, ebenso wie der Blutdruck und die Herzfrequenz.

Während einer Diät verlangsamen sich dagegen häufig die lebenswichtigen Prozesse, wenn Nährstoffe, wie Vitamine und Mineralien, fehlen. Höchste Zeit, unseren Stoffwechsel anzukurbeln.

10 spannende Wahrheiten über unseren Stoffwechsel

Mit einer gesunden Ernährung tut man besonders viel, um sich wohlzufühlen und seinen Stoffwechsel zu pflegen. Wer seinen Grundumsatz an Kalorien erhöhen kann, verbessert seinen Energiestoffwechsel und kann seinen Körperfettanteil langfristig deutlich reduzieren. Der Grundumsatz beträgt bei Frauen ca. 1800 -2400 Kalorien. Bei Männern liegt er etwas höher.

10 spannende Wahrheiten, um den Stoffwechsel anzuregen:

  • Unser Energiebedarf wird zu gut 25 % durch unsere Muskelmasse bestimmt. Je mehr Muskeln, desto höher ist unser Grundumsatz.
  • Sport und Bewegung bringen uns in Schwung. Gerade Ausdauersportarten wie Laufen, Nordic Walking, Schwimmen und Rad fahren eignen sich perfekt, um den Körper wieder in Gang und in Form zu bringen.
  • Unbedingt viel Wasser trinken: mindestens die empfohlenen 2 Liter täglich, in Diätphasen 3 bis 4 Liter. Ideal ist auch grüner Tee, der beim Abnehmen hilft. Wenig Kaffee, keine gesüßten Getränke, wenig Alkohol, keine Energie-Drinks.
  • Temperamentvoll den Stoffwechsel ankurbeln können auch Chili, Ingwer und Ananas, sie enthalten anregende Inhaltsstoffe.
  • Kohlenhydratarmes Essen mit stärkefreiem Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl, Salat und Wirsing unterstützt den Kohlenhydratstoffwechsel.
  • Die Verstoffwechslung von Eiweiß benötigt mehr Energie als die von Kohlenhydraten. Nahrungseiweiß ist stark sättigend und beugt Heißhungerattacken vor. Ideal sind Geflügel, Fisch, Nüsse, Eier, Milchprodukte.
  • Auch zwischen den Mahlzeiten proteinreich und kohlenhydratarm snacken, z. B. Nüsse, fettarmen Käse, mageren Quark mit Gemüsesticks.
  • 5 Portionen Obst und Gemüse täglich essen, alternativ als Smoothie gemixt trinken. Smoothies zählen zur Flüssigkeit und beinhalten reichlich Vitamine und Mineralien.
  • Ausreichend Schlaf, also ca. 7 h, schläfert interessanterweise nicht die Stoffwechselprozesse ein, wie man vielleicht vermuten möchte, sondern verschafft dem Körper neue Energie.
  • Täglich möglichst zu gleichen Zeiten essen, unbedingt ohne TV und Smartphone. Die Ablenkung durch Medien lässt uns schneller essen, zu flüchtig kauen und verursacht Stress. Das bringt die biochemischen Prozesse durcheinander.